Geschichte der E-Zigarette

E-Zigaretten und Verdampfer sind inzwischen kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Ehemalige Raucher, die früher ein bis zwei Schachteln herkömmlicher Tabakzigaretten am Tag rauchten, bringen heute immer öfter einen Schwall fruchtigen Aromas mit sich, wenn sie den Raum betreten. Junge Erwachsene fangen erst gar nicht mit dem Rauchen an, sondern setzen auf nikotinfreie Liquids, die sie gleich um die Ecke im Liquid E-Zigaretten-Shop oder im E-Zigaretten Online Shop kaufen können. Das Bild eines Rauchers hat sich in den letzten Jahren ganz offensichtlich stark gewandelt - dabei hätte der Erfolgszug der E-Zigarette schon viel früher beginnen können.

 

Die Erfindung der E-Zigarette in den 1960er Jahren

Den Grundstein für die heutigen E-Zigaretten legte der US-Amerikaner Herbert A. Gilbert bereits im Jahr 1963. Seine Erfindung bestand aus einem Gehäuse, das optisch große Ähnlichkeiten mit Tabakzigaretten hatte. Dieses Gehäuse wurde mit einem Liquidbehälter versehen. Mit Hilfe von Batterien, ähnlich zu den modernen E-Zigaretten Akkus, konnte das Liquid erhitzt und anschließend verdampft werden. 1965 erhielt Gilbert ein Patent für diese neue Art des tabakfreien Rauchens.

Zu einer Produktion der zukunftsträchtigen Erfindung kam es zum damaligen Zeitpunkt allerdings nicht. Dies lässt sich vor Allem dadurch erklären, dass Tabakzigaretten in den 1960er Jahren sehr beliebt waren und eine elektronische Alternative wie die E-Zigarette den Menschen noch viel zu fremd war. Neben der elektronischen Zigarette von Herbert A. Gilbert wurden in den 60er Jahren noch einige weitere ähnliche Technologien zum Patent angemeldet. Doch auch diese konnten keinen Durchbruch erlangen.

 

Der Durchbruch der E-Zigarette kurz nach der Jahrtausendwende

Ganze 40 Jahre mussten ins Land gehen, bis die E-Zigarette ihren Durchbruch feiern konnte. Zu Anfang des 21. Jahrhunderts war den meisten Menschen bereits bekannt, wie gefährlich der Tabakkonsum auf Dauer sein kann. Hinzu kam die fortgeschrittene technische Entwicklung, die auch das alltägliche Leben betraf. Aus diesen beiden Gründen standen die Menschen den E-Zigaretten nun deutlich offener gegenüber.

 Die erste moderne Version der E-Zigarette wurde von dem chinesischen Apotheker Hon Lik entwickelt, der die Idee Gilberts aufgriff. Er suchte nach sinnvollen Alternativen zu den Tabakzigaretten, nachdem sein Vater - ein starker Raucher - an Lungenkrebs gestorben war. Mit landesweit mehr als 300 Millionen Rauchern traf dieses Schicksal Schätzungen zufolge etwa 100.000 Chinesen. So war auch China selbst an einer effektiven Alternative zum Tabakkonsum interessiert. 

Um das Liquid, das damals schon aus Propylenglykol (PG) bestand und in einen Liquidbehälter aus Kunststoff gefüllt wurde, in der E-Zigarette verdampfen zu können, setzte Hon Lik - anders als Gilbert - auf ein piezoelektrisches Element, das Ultraschallwellen aussendet. So konnte das neu erschaffene Gerät Dampf erzeugen, indem durch die mechanische Kraft der Schallwellen elektrische Spannung produziert wird. Der Dampf, der dabei entsteht, hat große Ähnlichkeit mit herkömmlichem Tabakrauch.

Bereits ein Jahr später, im Jahr 2004 konnte Hon Lik die erste E-Zigarette auf den chinesischen Markt bringen. Vermarktet wurde die E-Zigarette als Mittel für die Rauchentwöhnung und als Ersatz für herkömmliche Tabakzigaretten. Während der Markteinführung änderte das Unternehmen für das Hon Lik tätig war seinen Namen in "Ruyan" - zu Deutsch "ähnlich wie das Rauchen". Der Export der ersten E-Zigaretten begann im Jahr 2005. Das internationale Patent erhielt der Hersteller allerdings erst im Jahr 2007.

 

Die Popularität der E-Zigaretten steigt

Bereits ein Jahr nachdem die elektronischen Zigaretten exportiert wurden, widmeten sich die Unternehmer Sheikh und Umer der Entwicklung des bekannten Cartomizers. Dabei handelt es sich um ein vollkommen neues Modell, bei dem die Heizquelle direkt in die Flüssigkeitskammer integriert wurde.

Auf den Markt kam die neue E-Zigarette 2007 in Großbritannien und wurde daraufhin von den meisten konkurrierenden Herstellern in ihrer Bauweise übernommen.  Der Hersteller Joyetech hingegen setzte bereits 2008 auf eine völlig andere Optik der E-Zigaretten und wich damit erstmals vom Aussehen einer herkömmlichen Tabakzigarette ab.

Heute sind auf dem Markt nicht nur die bekannten E-Zigaretten-Hersteller etabliert, sondern auch diverse Unternehmen der Tabakindustrie. Einige von ihnen haben sich bereits auf die Entwicklung und auf die Herstellung neuer Modelle spezialisiert, während andere dazu übergingen, erfolgreiche Hersteller von E-Zigaretten aufzukaufen. Imperial Tabacco etwa erwarb 2013 für 75 Millionen US-Dollar das geistige Eigentum von Hon Lik und führte anschließend - gemeinsam mit einem anderen Unternehmen - die Marke "Puritane" ein.

 

Die E-Zigarette heute

Am Funktionsprinzip der E-Zigarette wurden seit 2003 keine grundlegenden Veränderungen vorgenommen. Dennoch ist eine stetige Weiterentwicklung der Technologie vor Allem im Bereich der Heizwendel und des Verdampfers zu erkennen. Während Tank und Verdampfer zu Beginn noch kombiniert wurden, sind diese beiden Elemente in modernen E-Zigaretten nun vollkommen voneinander getrennt. Auch die Heizwendel wurde immer weiter verbessert, sodass heutzutage eine exakte Temperaturkontrolle der Wendel möglich ist. Die größte Veränderung zeigt sich allerdings im Design der Geräte. Während sie anfangs noch immer über die Optik von Tabakzigaretten verfügten, erinnern die meisten heutigen E-Zigaretten-Modelle kaum mehr an die ursprünglichen Geräte.